Das ist VISIT

VISIT fördert: VISIT eröffnet aufstrebenden Künstler*innen Freiräume für individuelle Gestaltungen und die Umsetzung außergewöhnlicher Projekte.

Im Jahr 2027 bieten die JUNGE AKADEMIE der Akademie der Künste, VISIT, das Stipendienprogramm der E.ON Foundation, das E-WERK Luckenwalde und Zentrum für Zeitgenössische Kunst im Schloss Ujazdowski erneut vier voll finanzierte Stipendien für internationale Künstler*innen an. Das Programm unterstützt Projekte an der Schnittstelle von Kunst, Energie und Ökologie, die sich thematisch mit dem Thema Mensch-Maschine beschäftigen.

VISIT ist ein Förderprogramm der E.ON Foundation. Wenn Sie sich vorab über das Unternehmen E.ON und seine Aufgaben informieren möchten, geht’s hier zur Website.

Das können Sie erwarten

OPEN CALL: Mensch Maschine 2027: ENERGY GHOSTS

Von den metabolischen Austauschprozessen in Ökosystemen bis hin zu den Infrastrukturen, die digitale Technologien mit Energie versorgen, ist Energie niemals neutral oder losgelöst. Sie ist materiell, politisch und ökologisch – verflochten mit den Geistern von Ausbeutung, Arbeit, Kolonialismus, Mythos und Magie.


Heute wird unser Verhältnis zur Energie zunehmend durch die beschleunigte technologische Entwicklung, künstliche Intelligenz, rohstoffforientierte Wirtschaftssysteme und die Anforderungen des Hyperkapitalismus geprägt. Mensch Maschine lädt zur Einreichung von Vorschlägen ein, die sich kritisch mit diesen Bedingungen auseinandersetzen und zugleich Energie jenseits ihrer Reduktion auf eine technische Ressource oder ein wirtschaftliches Gut denken. Der Open Call ermutigt Künstler*innen, Energie sowohl als eindringliche Präsenz als auch als relationale Kraft zu verstehen – als eine Kraft, die menschliche, mehr-als-menschliche und technologische Welten miteinander verbindet.


Das Mensch Maschine VISIT-Programm begrüßt Vorschläge aus einem breiten Spektrum künstlerischer Disziplinen, darunter bildende Kunst, Performance, Film, Installation, Klang, Schreiben und Neue Medien. Besonders willkommen sind Projekte an der Schnittstelle von Kunst, Energie und Ökologie, die die Idee der ENERGY GHOSTS aus unterschiedlichen Perspektiven untersuchen. Sie könnten auf Mythologie, Kosmologie oder spekulative Fiktion zurückgreifen, um die unsichtbaren Dimensionen von Energie zu betrachten, oder die unsichtbaren Infrastrukturen, Geschichten und Rückstände untersuchen, die das gegenwärtige Leben weiterhin heimsuchen. Ebenso interessieren uns Vorschläge, die Energie als ökologische, politische oder spirituelle Kraft thematisieren und ihre Fähigkeit sichtbar machen, Körper, Landschaften und kollektive Vorstellungswelten zu prägen.



Über das Programm

Das Residenzprogramm Mensch Maschine VISIT ist ein jährlich stattfindendes Fellowship-Programm, das in Zusammenarbeit mit dem E-WERK Luckenwalde (DE), der JUNGEN AKADEMIE – Akademie der Künste (DE), dem Zentrum für Zeitgenössische Kunst im Schloss Ujazdowski (PL) sowie VISIT – dem Artist-in-Residence-Programm der E.ON Foundation – vier vollständig finanzierte Fellowships an Künstler*innen aus aller Welt vergibt. Das Programm unterstützt Projekte an der Schnittstelle von Kunst, Energie und Ökologie. Als Reaktion auf die Klimakrise und den zunehmenden autoritären Regierungsstil setzt sich das Mensch Maschine-Programm kritisch mit dem Begriff der „Human Machine“ („Mensch-Maschine“) auseinander und hinterfragt westliche Paradigmen sowie die vorherrschenden Narrative von „Fortschritt“ und „Innovation“. Das Programm möchte pluriversale Ansätze im Umgang mit digitalen Technologien fördern und zukünftige Systeme sowie Formen gesellschaftlicher Erneuerung entwerfen, in denen Maschinen und der Planet symbiotisch miteinander verbunden sind.

Stipendium
Die ausgewählten Bewerber*innen erhalten eine Förderung in Höhe von 20.000 Euro. Diese Förderung ist für Künstler*innenhonorare und Produktionskosten eines neuen Projekts vorgesehen. Dazu können Kosten für Recherche und Entwicklung, Reisen, Materialien sowie die Präsentation des Projekts gehören.

Atelier
Drei Künstler*innen erhalten einen Atelierplatz und eine Unterkunft im E-WERK Luckenwalde. Ein*e Künstler*in wird von der Akademie der Künste in Berlin untergebracht. Die Residenz findet von Mitte August bis Mitte November 2027 statt. Während dieser drei Monate wird von den Fellows erwartet, dass sie mindestens 75% der Zeit vor Ort leben und arbeiten sowie am künstlerischen Programm teilnehmen.

Künstlerisches Programm 
Während der Residenz finden Veranstaltungen im E-WERK Luckenwalde, in der Akademie der Künste und im Zentrum für Zeitgenössische Kunst Schloss Ujazdowski, Warschau statt. Den Abschluss der Residenz bildet ein Symposium im Oktober 2027. Dort erhalten die Fellows die Gelegenheit, gemeinsam mit dem Jahrgang 2026 ihre Arbeiten im Entwicklungsprozess zu zeigen.

Zeitplan
Mitte August – Mitte November 2027: Residenz im E-WERK Luckenwalde oder an der Akademie der Künste, Berlin

August 2027: Retreat-Programm im Zentrum für Zeitgenössische Kunst Schloss Ujazdowski, Warschau

Oktober 2027: Symposium an der Akademie der Künste


wichtige Termine 
1. Dezember 2026: Bewerbungsschluss

Januar 2027: Sitzung der Jury

Ende Januar: Die Bewerber*innen werden benachrichtigt

Künstler*innen können sich online ab dem 14. Oktober 2026 für die Förderrunde 2027 bewerben. Bewerbungsschluss ist der 1. Dezember 2026 um 23:59 Uhr.

Unsere Jury

Interdisziplinär und unabhängig: Alle Bewerbungen werden von unserer interdisziplinär zusammengesetzten Jury begutachtet und bewertet. Aktuell sind in dieses Gremium berufen:

  • Nolan Oswald Dennis, Künstler und Forscher
  • Tiara Roxanne, in Berlin tätige*r Wissenschaftler*in und Künstler*in
  • Chus Martinez, Leiterin des Institute Art Gender Nature, assoziierte Kuratorin von TBA21
  • Sarah Johanna Theurer, Kuratorin für zeitgenössische Kunst an der Fondation Beyeler, Basel
  • Anh-Linh Ngo, Vizepräsident der Akademie der Künste, Architekturtheoretiker und Kurator
  • Clemens von Wedemeyer, Künstler, Filmemacher und Mitglied der Akademie der Künste


Kooperationen: Junge Akademie

Die JUNGE AKADEMIE unterstützt internationale Künstler*innen aus allen an der Akademie der Künste vertretenen künstlerischen Disziplinen im Rahmen eines interdisziplinären Residenzprogramms mit Residenz- und Arbeitsstipendien. Die dreimonatigen Atelierresidenzen bieten den Stipendiaten Zeit, Raum und Ressourcen, um sich in einem neuen Umfeld ganz auf ihre künstlerische Praxis zu konzentrieren. Damit schafft die JUNGE AKADEMIE einen offenen Raum für künstlerische Forschung sowie für die Produktion von Kunst und Wissen, der von jeder Stipendiatengruppe in Zusammenarbeit mit Mentoren und Mitgliedern der Akademie aktiv mitgestaltet wird. Ein zentrales Anliegen des Programms ist es, diesen freien und geschützten Raum für künstlerischen Ausdruck und Austausch zu bewahren und so Experimente sowie Begegnungen über politische und kulturelle Grenzen hinweg zu fördern. Seit 2019 erforscht die JUNGE AKADEMIE im Rahmen des VISIT Programmes „Mensch Maschine" Fragen zu Leben und Kunst im Zusammenhang mit „intelligenten“ Maschinen. Von 2022 bis 2023 organisierte die JUNGE AKADEMIE das Programm „AI Anarchies“ zur KI-Ethik, das ein Stipendienprogramm mit Residenzen am ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik, Berlin, in den Jahren 2022 und 2023, eine transdisziplinäre Herbstakademie sowie die Ausstellung „Broken Machines & Wild Imaginings“ an der Akademie der Künste im Jahr 2023 umfasste. In der Ausstellung wurden zudem alle Stipendiaten des „Mensch Maschine“-Stipendiums seit 2019 vorgestellt.

Das E-WERK Luckenwalde

Das E-WERK Luckenwalde ist ein gemeinnütziges, regeneratives Kraftwerk, ein Zentrum für zeitgenössische Kunst und ein Forschungslabor für Kunststrom. Es wurde gegründet, um alternative ökonomische und ökologische Modelle für den Kultursektor zu entwickeln. Das E-WERK befindet sich in Luckenwalde in Brandenburg, 40 Minuten südlich von Berlin, in einem ehemaligen Kohlekraftwerk aus dem Jahr 1913. Dieses wurde von dem Künstler Pablo Wendel als regeneratives Kraftwerk reaktiviert. Durch einen Solar- und Holzgas-Pyrolyseprozess werden 100% des Kunststroms sowie die Wärme und Elektrizität erzeugt, die für das Programm für zeitgenössische Kunst und das öffentliche Stromnetz bestimmt sind. Damit ist das E-WERK das weltweit erste Zentrum für zeitgenössische Kunst, das seinen eigenen Strom erzeugt. Als gemeinnützige Institution reinvestiert das E-WERK sämtliche Einnahmen aus der Energieproduktion in sein Programm für zeitgenössische Kunst und Kultur. Das von der Kuratorin Helen Turner geleitete Programm umfasst ein vielfältiges Spektrum an Ausstellungsformaten und Projekten: von neuen Architekturaufträgen, internationalen Residenzprogrammen, Galerieausstellungen und Bildungsworkshops bis hin zu Musik- und Performance-Festivals sowie interdisziplinären Forschungsprojekten. Seit 2022 ist das E-WERK Partner des Mensch Maschine VISIT-Residenzprogramms und stellt den Fellows Atelier- und Unterkunftsmöglichkeiten, Mentoring sowie kuratorische Begleitung zur Verfügung.

CCA

Im Jahr 2026 begrüßte das Mensch Maschine-Programm das Zentrum für Zeitgenössische Kunst im Schloss Ujazdowski (CCA) als neuen Projektpartner. Ziel war es, die öffentliche Debatte in Europa zu erweitern und polnische kulturelle sowie regionale Perspektiven mit neuen Netzwerken von Künstler*innen und Denker*innen zu verbinden. Seit 2002 führt das CCA ein international anerkanntes Artist-in-Residence-Programm durch. Darüber hinaus veranstaltet es Ausstellungen und Diskursformate im Bereich zeitgenössischer und transdisziplinärer Kunst. Das Residenzprogramm dient als Raum, um angesichts gegenwärtiger Krisen über Zusammenleben, Zusammenarbeit und das Verhältnis zwischen Menschen sowie der nichtmenschlichen und posthumanen Welt nachzudenken.